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ISLAND: NATURERLEBNISSE

ARTIKEL AUS RUNDUM REISEN (DER STANDARD)

 
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Eissee Joekulsarlon im NP Vatnajoekull © Elisabeth Kneissl-Neumayer Kverkjoell - Solfataren inmitten des Eises © Christian Schwartz Landmannalaugar © Christian Schwartz Gullfoss © Christian Kneissl Wanderer beim Dettifoss © Klaus Schenner Vulkan Herdubreid inmitten der groessten Lavawueste der Erde © Hans Gsellmann Kuestenseeschwalbe © ITB Solfatarenfelder der Krafla beim Myvatn © Klaus Schenner
 

Nur vier Flugstunden trennen Wien und Reykjavik und Sie von einem Urlaub voller Naturerlebnisse.

Wenn man Elisabeth Kneissl-Neumayer auf Island anspricht, dann brechen die Orte, die man besuchen muss, aus ihr heraus wie die Solfataren aus dem Eis des Vatnajökull-Nationalpark. Die Touristikerin, die sich auf Afrika, den Orient und die USA spezialisiert hat, scheint in Island, der Insel aus Feuer und Eis, ihre wahre Traumdestination gefunden zu haben. "Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen einmal den Vatnajökull-Nationalpark besucht haben, weil er so beeindruckend ist. Wie die gewaltigen Eishöhlen, die durch die heißen Flüsse entstehen, die Solfataren, die postvulkanischen Dampfsäulen, die aus dem Eis emporsteigen, oder die Gletscher selbst. Nicht zu vergessen Kverkjöll, die vulkanische Bergkette im Norden des Nationalparks, die als einer der Motoren der Kontinentaldrift gilt."

Der größte Nationalpark Islands
Der Vatnajökull-Nationalpark nimmt 13 Prozent der Fläche Islands ein und ist damit nicht nur der größte der drei Nationalparks der Insel, sondern der zweitgrößte Europas. Benannt ist der Nationalpark nach dem Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas. Er bedeckt eine Fläche von über 8000 Quadratkilometern und ist bis zu über 900 Meter dick. Von den Vulkangipfeln auf rund 2000 Metern, bis in die Täler, die weit unter dem Meeresspiegel liegen, erstreckt sich die massive Eisdecke. Im Sommer donnert das Schmelzwasser in gewaltigen Wasserfällen in die Tiefe.

Beim Wort Wasserfall fällt Elisabeth Kneissl-Neumayer dann auch gleich der mächtigste Europas ein, der Dettifoss, im Jökulsárgljúfur-Nationlpark. "Der Nationalpark liegt im Norden des Landes, rings um den Fluss Jökulsá á Fjöllum. Riesige Schluchten und grandiose Wanderrouten zeichnen dieses Gebiet aus", erzählt Elisabeth Kneissl-Neumayer. Der Nationalpark wurde 1973 gegründet, 1987 im Norden erweitert und gehört seit dem Sommer 2008 zum Vatnajökull-Nationalpark.

Eisberge in schillerndem Blau
Wasser und Eis machen einen besonderen Reiz Islands aus. So auch die riesigen Eisseen im Osten des Landes. Der bekannteste von ihnen ist der Jökulsárlón, der am Südrand des Vatnajökull liegt. Mit fast 250 Metern ist er der tiefste See Islands mit einer Fläche von 18 Quadratkilometer. "Daneben gibt es auch noch weitere, kleinere Eisseen, auf welchen Eisberge treiben", verspricht Elisabeth Kneissl-Neumayer, die zumindest einmal im Jahr nach Island reist. Die Eisberge haben eine Höhe von bis zu 15 Metern und oft starke Farbunterschiede, die von den Lichtreflexionen im Eis und dem Schwarz der Vulkanasche herrühren.

Der Jökulsárlón diente auch schon James Bond mehrmals als Filmkulisse, Batman drehte hier, und auch zu Tomb Raider entstanden in der einzigartigen Landschaft Filmaufnahmen.

Trekkingtouren durch Island
Nicht weniger beeindruckend ist im Südwesten Islands das Gebiet Landmannalaugar. Durch den vulkanischen Ursprung strahlen die Berge in unterschiedlichen Farben. Dort, wo Pechstein die Oberfläche dominiert, erscheinen die Hänge graublau, rötlich-braun sind jene aus Rhyolithgestein. Dazwischen wächst im Sommer saftig grünes Moos, obwohl oft noch Schneereste gleich daneben zu sehen sind. "Von da bis zur Südküste führen zwei unterschiedlich schwierige Routen für Jeeps", erinnert sich Elisabeth Kneissl-Neumayer, die aber auch schon die "legendäre Trekkingroute Laugarvegur" abging.

Wanderungen entlang von Fumarolen und brodelnden Schlammtöpfen gibt es gleich mehrere in Island. Im Nordosten etwa, "östlich vom Myvatn, einem der schönsten Seen Islands, wo sich die vulkanische Bruchlinie von Nordost nach Südwest durch Island zieht", sagt Elisabeth Kneissl-Neumayer. "Im Osten des Sees liegt die Krafla-Leirhnjúkur-Spalte, die ehrlicherweise den Namen Teufels Küche trägt. Der ganze Hang des Námafjall ist von Solfataren und Fumarolen durchsetzt, es dampft aus den Lavafeldern, es blubbern die Schlammvulkane."

Geothermie als Energiequelle
Island nutzt nicht nur die ästhetisch so wunderbaren Auswüchse der Vulkane, um Touristen zu verzaubern, sondern versucht die Wärme auch zu nutzen. 1977 wurden die ersten zwei Geothermie-Kraftwerke am Zentralvulkan Krafla errichtet. Heute steht Island an der Weltspitze der Nutzung von Geothermie und zeichnet für viele Neuentwicklungen verantwortlich. Inzwischen kommen mehr als 60 Prozent der Primärenergie Islands aus der Erdwärme. Und weil diese Energienutzung so preiswert ist, kann es sich Reykjavík auch leisten, im Winter mit der Erdwärme die Gehsteige zu heizen, indem man Leitungen, die heißes Wasser führen, unterirdisch verlegte.

 
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