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SWASILAND, MKHAYA GAME RESERVE

VON CHRISTIAN KNEISSL

 
Starte Diaschau
 

Das Mkhaya Game Reserve unweit der Siedlung Siphofaneni - 65 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Mbabane - ist das bekannteste Wildschutzgebiet des Königreichs Swasiland, des kleinsten Staates im südlichen Afrika. Benannt ist das Reservat nach der Acacia nigrescens (‚Knob tree’), einer Baumart der südlichen Savannen mit knopfartigen Auswüchsen am Stamm. Das Reservat kann nicht mit eigenem (Miet-) Wagen besucht werden. Eine Voranmeldung ist unbedingt notwendig. Treffpunkt für den Besuch dieses Schutzgebietes ist Phuzamoya, wo man jeweils um 10.00 Uhr bzw. um 16.00 Uhr als Tages-Besucher sowie als Übernachtungsgast mit dem Geländewagen abgeholt werden .

Naturschutzpionier Ted Reilly
Die Wildreservate Swasilands verdanken ihre Entstehung Ted Reilly und seiner Frau Liz sowie dem verstorbenen König Sobhuza II: Ende des 19. Jahrhunderts waren bereits die letzten freilebenden Spitzmaulnashörner (,Schwarze Nashörner') aus Swasiland verschwunden und während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verringerte sich der früher hier reiche Wildbestand des Landes weiter. Während der Herrschaft der Engländer (die bis 1968 dauerte) wurde nicht das kleinste Stück Land unter Schutz gestellt. 1959 kehrte Ted Reilly - der Naturschutzpionier Swasilands - wieder in seinen Geburtsort Mlilwane zurück. Sein Vater Mickey hatte sich bereits 1908 hier niedergelassen, die Farm Mlilwane begründet und auch nach Zinn geschürft. Ted bekam zwar die ideelle Unterstützung des Königs Sobhuza II, aber der Regierung mangelte es an Geld, um Naturschutzgebiete zu begründen. Auf dem 450 ha großen Farmland seiner Familie im Ezulwini Tal schuf Ted Reilly das Mlilwane Wildlife Sanctuary, pflanzte heimische Baumarten, legte Wasserflächen und Feuchtgebiete an und brachte selbst mit dem Landrover die letzten Vertreter der im Land einst zahlreich vertretenen Tierarten, wie Zebras, verschiedene Antilopen, etc. nach Mlilwane. Das heute 4.450 ha große Schutzgebiet ist knapp 90 km von Mkhaya entfernt und wer immer hierher kommt, sollte auch im Reservat in der kleinen, aber feinen Reilly's Rock Hilltop Lodge übernachten.

Mkhaya Game Reserve
1979 wurde das Mkhaya Game Reserve für die fast verschwundene Nguni Rinderrasse errichtet und später erweitert. Auf ca. 6.200 ha leben heute im Herzen des Lowvelds zahlreiche Breitmaulnashörner, aber auch Spitzmaulnashörner, Elefanten, Kaffernbüffel, Giraffen, Pferde-Antilopen, Säbel-Antilopen, Nilpferde und Krokodile. Nirgendwo sonst in Afrika sind die Möglichkeiten so gut, Spitzmaulnashörner zu sehen.

Mit offenen Geländewagen fährt man durch das Game Reserve. Dabei hat man die einzigartige Möglichkeit, sich bei einem kurzen Halt zusammen mit dem erfahrenen Game Ranger den Breitmaulnashörnern zu Fuß zu nähern. Die Ranger, die alle Nashörner (auch beim Namen) kennen, wissen, wie weit bei den einzelnen Tieren eine Annäherung gefahrlos möglich ist. Im Stone Camp - innerhalb des Mkhaya Reservats, aber mit einem Zaun vor Nashörnern, Elefanten und anderem ,Big Game' geschützt - kann man in bequemen Betten in ,Safari Cottages' mit Du/WC übernachten. Die ,Zimmer' sind von niederen Mauern umgeben und bieten - ohne Türen und ohne Fenster - afrikanisches ,bush experience'. Das Preis-Leistungsverhältnis ist im Vergleich zu den privaten Lodges am Rande des Krüger Nationalparks sensationell gut!

Spitzmaulnashörner
1992 wurden bislang die letzten Nashörner Swasilands gewildert: Ted Reilly und seine Ranger verfolgten die Spuren der Wilderer bis zum Big Bend Inn, nahe Manzini, wo die Wilderer gestellt und die beiden abgeschnittenen Hörner der gewilderten Tiere entdeckt wurden. Zwei Wilderer eröffneten das Feuer, wurden jedoch von den Rangern Ted Reillys tödlich getroffen. Swasiland hat heute strenge Gesetze gegen Wilderei.

Die Nashörner des Mkhaya Reservats werden seit Dezember 1992 rund um die Uhr von Swasis benachbarter Dörfer bewacht, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Reservat patroullieren. Seit dieser Zeit gab es keine Verluste an Nashörnern durch Wilderer, wohl aber durch eine große Trockenheit 1992 sowie durch Elefanten, die im Reservat freigelassen wurden.

Die Anzahl der Nashörner im Reservat ist streng geheim. In einer Veröffentlichung der IUCN (The World Conservation Union) über den Bestand und die Schutzpläne für die Afrikanischen Nashornarten wurden 1997 10 Spitzmaulnashörner (Mkhaya) und 50 Breitmaulnashörner (Mkhaya und Hlane) für Swasiland genannt; eine Zahl, die in den letzten Jahren durch die großen Schutzanstrengungen vermutlich stark erhöht werden konnte.

Mkhaya wird wie auch andere Schutzgebiete Swasilands aus den Einnahmen der Besucher der Reservate und aus Spenden erhalten.

Der Besuch des Mkhaya Game Reserves in Swasiland ist ab 2003 bei allen Reisen durch Swasiland (‚Große Südafrika Rundreise’ und ‚Naturwunder Südafrikas’) im Programm enthalten.

Big Game Parks
Zu den Big Game Parks des Königreichs Swasiland gehört neben dem Mkhaya Game Reserve und dem schon erwähnten Mlilwane Wildlife Sanctuary auch das größte Schutzgebiet Swasilands, der Hlane Royal National Park, der unter dem persönlichen Schutz seiner königlichen Hoheit, König Mswati III (‚Löwe von Swasiland’), steht. Informationen unter www.biggame.co.sz.

 
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